Startschuss für den Bau der Rosa Luxemburg-Fußgänger- und Radfahrerbrücke!

Zwischen Ende Dezember und Anfang Januar wurden auf beiden Seiten des Dusuzeau-Beckens Baustellen-Plattformen installiert. Das ist der Startschuss für ein Jahr Bauzeit bis zur Fertigstellung der Rosa Luxemburg-Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Sie wird das Dusuzeau-Becken überspannen und so den Radweg entlang des Quai des Belges und den Parc de la Citadelle mit dem Digue de Nantes verbinden, der das Citadelle-Viertel überragt. Das Bauwerk mit 158 m Gesamtlänge wird Kehl sowie die Stadtteile Port du Rhin und Fronts de Neudorf enger an das Esplanade-Viertel, die Neustadt und das Stadtzentrum anbinden. Hier ein Einblick in dieses bemerkenswerte Bauprojekt, von der Bauweise bis hin zu den wesentlichen Etappen des Jahres 2026.

Erste Etappen: Einrichtung der Baustelle und Montage

Den Auftakt gab Bouygues Construction in Straßburg, aber auch in Dieue-sur-Meuse, wo die Stahlmodule hergestellt und provisorisch montiert wurden, um die Passgenauigkeit zu prüfen. Anschließend werden sie wieder zerlegt und per Sondertransport ausgeliefert. Der endgültige Zusammenbau findet in Straßburg statt, am Rand des Citadelle-Viertels, auf der Plattform am Fuße des Digue de Nantes. Sodann werden die Module mit Hilfe eines Bargekrans – die 60 m lange und 26 m breite Barge wird von Antwerpen aus auf dem Rhein herantransportiert – auf den Brückenpfeilern und den Ufern verlegt. Die letzten Schweißarbeiten erfolgen direkt über dem Wasser.

In Straßburg erforderte die Einrichtung des Baustellenbereiches am Quai des Belges, wo der Kran für die Fundament- und Tiefbauarbeiten aufgestellt werden soll, die Schließung des Radwegs. Da dieser Bereich bis zum Abschluss der Arbeiten genutzt wird, wurde eine  Umleitung des Radwegs geschaffen, deren Verlauf Sie hier einsehen können. Am Ufer bereiten Bauarbeiter bereits das Gelände für die Erdarbeiten des Brückenwiderlagers vor.

Terminkalender des Brückenbaus

Hier der Terminkalender mit den wesentlichen Etappen dieses bemerkenswerten Bauprojekts:

  • Januar bis März 2026: Ausführung des Brückenfundaments; diese Arbeiten mit relativ hoher Lärmbelastung für die Anwohner erfolgen zunächst am Ufer des Quai des Belges und dann im Wasser (Bau der Pfeiler)
  • Februar: Auslieferung der ersten Elemente der Metallstruktur
  • Februar bis Mai: Zusammenbau der Metallstruktur auf der Plattform am Ufer des Citadelle-Viertels
  • März bis Mai: Ausführung des Brückenwiderlagers auf der Seite des Quai des Belges
  • März bis Juli: Bau der Brückenpfeiler
  • Ende Juli bis Anfang August: Verlegen der mit dem Bargenkran über dem Becken bereitgestellten Struktur-Elemente, die auf den Pfeilern und an den Ufern aufliegen müssen
  • August bis Dezember: Schweißarbeiten an den Struktur-Elementen, Verlegen der Betonplatten (mit Hilfe des Krans auf der Seite des Quai des Belges) und Installation der Brückenausrüstungen
  • Dezember bis Anfang 2027: letzte Montagearbeiten, Tests der Ausrüstungselemente vor der Inbetriebnahme
  • Anfang 2027: Inbetriebnahme

Gleichzeitig mit dem Bau der Brücke wird eine Deichdurchführung des Digue de Nantes geschaffen, die den Westen und den Osten des Citadelle-Viertels verbinden wird.

  • Februar-März: Ausführung der Fundamente
  • Juli-August: Bau der Struktur der Deichdurchführung vor dem Durchbruch
  • August: Erdarbeiten und Installation der Ausrüstungen nach der Top-Down-Methode (Definition)
Deichdurchführung des Digue de Nantes. Fotonachweis: image Strates-oa – Architecte
Deichdurchführung des Digue de Nantes. Fotonachweis: image Strates-oa – Architecte

Schließlich wird nach der Fertigstellung der Durchführung die an die Fußgängerbrücke anschließende Deichpromenade angelegt; beide sollen Anfang 2027 übergeben werden.

Was bedeutet Top-Down-Methode?

Bei der Top-Down-Methode werden Überbau und Unterbau gleichzeitig ausgeführt. So erfolgen die Grabungsarbeiten nach und nach unter einem teilweise bereits errichteten Bauwerk. In diesem Fall werden die Stützwände der Deichdurchführung aus Spundbohlen sowie die obere Platte zuerst ausgeführt. Sodann werden die Erdarbeiten unter der Deckplatte und gleichzeitig die Arbeiten am Deich durchgeführt.

Die zukünftige Brücke

Die Rosa Luxemburg-Brücke in Zahlen

  • Länge:  158 Meter (4 Brückenfelder)
  • Breite: 7,50 m bis 11,50 m (maximale Breite: Aussichtsplattform unter den beiden Bögen)
  • Höhe der Tafel: zwischen 5,30 m und 9,00 m über dem Wasser
  • Maximale Neigung:  4 %

Der Arbeitsablauf des Brückenbaus im Detail