Das städtische Projekt

Deux-Rives / Zwei-Ufer, das Großprojekt

Das städtebauliche Projekt Deux-Rives / Zwei-Ufer ist ein Symbol für die Öffnung Straßburgs hin zum Rheinufer, zur gegenüberliegenden deutschen Seite und damit für die Europaoffenheit Straßburgs.

Es steht für das Bestreben, aus der geografischen Lage an der Grenze einen ungeteilten städtischen Raum entstehen zu lassen, der den engen deutsch-französischen Beziehungen und der Behauptung Straßburgs als europäische Hauptstadt entspricht. Als Standort des zweitgrößten Binnenhafens Frankreichs und als Stadt, die auf eine untypische Geschichte, geprägt von Industrie und Hafen, zurückblicken kann, erweist sich Straßburg als echte Hafenstadt.

Die Verlängerung der Straßenbahn bis nach Kehl und die Entwicklung der vier Quartiere Citadelle, Starlette, Coop und Rives & Port du Rhin stellen den nächsten großen Schritt des Städtebauprojekts dar.

Vision

Ein Foto von Jeanne Barseghian und Pia Imbs.

Projekt Deux-Rives: Das Bauen mit der Natur

Von Jeanne Barseghian, Bürgermeisterin von Straßburg, und Pia Imbs,Präsidentin der Eurometropole Straßburg

Als größtes Raumplanungsprojekt unserer Region erstreckt sich das Projekt Deux-Rives von Neudorf bis zum Rheinufer und bietet eine Fortsetzung des Heyritz-Parks bis Kehl-am-Rhein…

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Hintergrundinformationen zum Projekt

Lage des Projektstandorts in Straßburg

Weiterentwicklung der städtebaulichen Leitpläne

Wenn man den nächsten Schritt im großen Projekt Deux-Rives / Zwei-Ufer verstehen will, muss man begreifen, wie tief es mit der Geschichte und der Geografie der Region verwoben ist und wie eng diese beiden Elemente miteinander verbunden waren und sind. Dabei geht es auch um eine neuartige Methode: Die sich stetig weiterentwickelnden Masterpläne nutzen die kollektive Intelligenz und werden durch die eingehenden Vorschläge und die Erfahrungsberichte zu bereits umgesetzten Maßnahmen kontinuierlich überarbeitet.

 

Dabei war das Projekt Zwei-Ufer von Anfang an, also schon in den 1990er Jahren, Vorreiter, denn es sträubte sich gegen die ausufernde Stadt, die immer weiter aus sich herauswächst und an ihren äußeren Enden weiter gierig Wald, Wiesen und Ackerland vereinnahmt. Die Stadt Straßburg beginnt einen Reflexionsprozess zu ihrer West-Ost-Achse und verfolgt dabei drei Ziele:

Flächenrecycling im Stadtgebiet durch die Wiedereingliederung des ehemaligen Hafenareals und der dortigen Industriegebiete in die Siedlungsgebiete, um landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie Wald- und Grünflächen zu bewahren,

alte Wunden heilen, indem Straßburg sich zum Rhein hin öffnet und damit aus dem ehemaligen No Man‘s Land ein Bindeglied und Heimathafen wird,

den ökologischen Wandel der Region stärken, damit die Stadt weiterhin widerstandsfähig und solidarisch bleibt; dieses Ziel wird durch Maßnahmen in zahlreichen Bereichen (wie Energie, Verkehr, Wohnen, Baustoffe, Ausstattung und Serviceleistungen, Artenvielfalt und Begrünung) verfolgt.

Architektur und Städteplanung im Kontext

Somit entsteht durch das Projekt Deux-Rives / Zwei-Ufer ein durchgängiges Siedlungsband, das bis nach Deutschland reicht, was der Bestimmung einer echten Eurometropole entspricht. Durch die vier neu gestalteten Stadtviertel rückt die Stadt Straßburg, die immerhin über den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs verfügt, auch im Alltag näher an den Rhein und dessen großartige Landschaften.

Architektur und Städteplanung sind in ihren historischen und geografischen Kontext eingebettet und berücksichtigen dabei:

– die Vergangenheit, indem sie mit der traditionellen elsässischen Architektur, aber auch dem Erbe des Industrie- und Hafenstandorts über die Auswahl der Baustoffe oder dem Profil der Gebäude in einen Dialog treten,

– die nahe gelegene Rheinlandschaft, insbesondere weil jedes Viertel vor der Zähmung mittels Kanälen und Hafenbecken eine Insel im Rhein war,

– das immaterielle Erbe des Standorts, geprägt insbesondere durch die historische Genossenschaft Coop Alsace, deren inhärente Werte wie Solidarität und Teilen neu interpretiert werden und in der Stadt einen echten kooperativen Geist entstehen lassen.

 

Revolutionäre Methodik

Der erste Leitplan stammt aus dem Jahr 2012. Der Landschaftsarchitekt Alfred Peter und der Städteplaner Bernard Reichen schlagen darin vor, die nebeneinanderliegenden städtischen Viertel zu öffnen und so ein durchgehendes Band entstehen zu lassen, das von der Innenstadt bis nach Deutschland reicht. Bereits hier ist die Linienführung der Straßenbahnlinie D nach Kehl angedacht. Sie ist der Entwicklung des umliegenden Gebiets voraus, was bereits eine kleine Revolution hinsichtlich Methodik ist und zeigt, welch ehrgeizige Ziele man sich setzte. Normalerweise werden Transportinfrastrukturen nämlich erst am Ende eines Projekts umgesetzt. Doch hier gibt die Straßenbahnlinie die Struktur vor: Sie bindet den Rheinhafen an das bestehende Netz an, womit die Bewohner der neuen Viertel von Anfang an über eine zuverlässige und schnelle ÖPNV-Verbindung verfügen und damit ihr Auto getrost stehen lassen können. Auch die ökologische Wende und die Förderung des Fahrrads als Transportmittel – ergänzend zum ÖPNV – gehören zum Kern des Projekts.

Im Jahr 2016 führen zwei Büros die bereits begonnene Arbeit gemeinsam mit SPL Deux-Rives fort. Henri Bava von der Agence TER liefert gemeinsam mit den Büros LIST und 51n4E einen Masterplan für das gesamte Gebiet, während das Büro Alexandre Chemetoff et Associés einen Masterplan für das Coop-Viertel entwirft.  Sie geben den Rahmen für die städteplanerischen Maßnahmen vor, ohne diese dabei in Stein zu meißeln. Stattdessen kann sich das Projekt stets auf der Grundlage der Entwicklungen und Erfahrungsberichte anpassen und weiterentwickeln. Auch das zeugt von einer besonderen Herangehensweise, bei der in den unterschiedlichen Projektphasen Anpassungen zulässig sind.

Dahinter steckt ein iterativer Prozess, gemäß dem das Projekt im Laufe der Zeit immer wieder überarbeitet wird und von bereits umgesetzten Maßnahmen lernt. Das Ergebnis ist ein lebendiges Projekt, das sich fortlaufend anpasst und dabei im Dialog mit allen Beteiligten entsteht: Projektträger, Bauleitung, gewählte Vertreter, derzeitige wie zukünftige Anwohner und Erwerbstätige der neuen Stadtviertel sowie die Anwohner benachbarter Viertel, aber auch grenzüberschreitend aktive Verbände werden hierzu in jeder Projektphase einbezogen. So entsteht der neuste Schritt des umfangreichen Städtebauprojekts Deux-Rives /Zwei-Ufer aus einer konstruktiven und iterativen Zusammenarbeit. Letztlich wird damit auch eine resiliente Stadt gefördert, die sich an die aktuellen wie zukünftigen Umstände und Lebensformen anpassen kann.

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Aktuelles zum Projekt

Arbeitsweise im und Philosophie des Projekts

Warum, wie und mit wem bauen? Wie sind Stadt und Natur in Einklang zu bringen? Warum sollte man Wohnungen und Büros näher zusammenbringen? Wie holt man Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihres zukünftigen Lebensraums ins Boot? Das neue Projekt stellt die klassischen Muster des Städtebaus in Frage und geht neue Wege, um ein zum Raum passendes Konzept zu entwickeln. Wir erzählen Ihnen mehr über unsere Arbeitsweise und Philosophie.

Alle Artikel zur Arbeitsweise und Philosophie

Angebotseinholungen und Ausschreibungen

Entdecken Sie alle Informationen zu zukünftigen Angebotseinholungen und Ausschreibungen (nur auf französisch).

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Projektnachrichten