Carte des équipements publics du projet urbain (Crédits SPL Deux-Rives)

Das Projekt entwickelt sich weiter. Wo steht das Projekt Deux-Rives heute?

Nach über einem Jahr Arbeit hat sich das Projekt weiterentwickelt.  

Mit der Verlängerung der französischen Tramlinie nach Deutschland im Jahr 2017 und der Entwicklung der Stadtviertel Citadelle, Starlette, Coop sowie Port du Rhin trägt das Projekt Deux-Rives / Zwei-Ufer dazu bei, dass die Achse Straßburg-Kehl noch enger zusammenwächst.   

Das Projekt tritt jedoch nicht auf der Stelle, sondern entwickelt sich konstant weiter, um den ehrgeizigen Zielsetzungen der politischen Vertreter der Stadt sowie der Eurometropole Straßburg gerecht zu werden. 

Es gilt, eine angemessene Antwort auf die aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen dieses grenzüberschreitenden Raums zu finden: Siedlungsfläche, Natur- und Landschaftsraum und Industriegebiete sind miteinander in Einklang zu bringen und auf die Zukunft vorzubereiten. 

Partizipation und Partnerschaften

Über ein Jahr lang haben die Teams von SPL Deux-Rives, der Eurometropole und der Stadt Straßburg gemeinsam mit den Städteplanern, Architekten und Landschaftsbauern von TER, LIST und 51N4E sowie dem Büro von Alexandre Chemetoff & Partner, dem Büro für Umweltplanung TRIBU und den Ingenieurbüros eng zusammengearbeitet, um das Projekt voranzubringen.  

Dabei standen insbesondere die Herausforderungen im Mittelpunkt, die von den Bewohner:innen sowie den sozialen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Akteuren vor Ort herausgearbeitet wurden. Hierzu zählen die Direction départementale des Territoires Neudorf – Deux-Rives, der Bürgerrat Conseil citoyen und die sozialen und kulturellen Akteure des Stadtviertels.  

Nachdem verschiedene Entwicklungsszenarien samt einem ersten Kostenüberblick skizziert wurden, folgte im Rahmen offener Workshops ein Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Partner:innen. Auch eine Austauschveranstaltung, verschiedene Sitzungen des Bürgerrats sowie Gespräche mit gewählten Vertreter:innen fanden statt. 

Drei strategische Stoßrichtungen – und was sie für jedes Stadtviertel bedeuten 

In allen vier Stadtvierteln dienen die Entwicklungen als Antwort auf die Herausforderungen und Bedürfnisse, die von den Bewohner:innen und Akteur:innen des Projektgebiets herausgearbeitet wurden. Dabei stehen drei Stoßrichtungen im Zentrum:  

Eine demokratischere Projektsteuerung, in der alle sich wiederfinden und eine Stimme haben; in der die Verbindungen zu Deutschland allgemein und zu Kehl im Besonderen gestärkt werden und ehrgeizige Ziele für die Bürgerbeteiligung gesteckt werden.  

Eine Stadt des ökologischen Wandels, die dem Klimawandel Rechnung trägt, indem sie großzügige Grünflächen vorsieht, Angebote für einen gesunden Lebenswandel bietet und die Stadtviertel so gestaltet, dass umweltschonende Verhaltensweisen gefördert werden (Co2-arme Verkehrsträger und Langsamverkehr, Müllvermeidung, nachhaltige Ernährung u.a.)  

Eine inklusive und solidarische Stadt, die die Bedürfnisse jedes und jeder Einzelnen im Blick hat und dabei mindestens 40 % des gesamten Wohnraums in Form von bezahlbarem Wohnraum anbietet, viele verschiedene öffentliche Einrichtungen sowie mehr wohnortnahe Dienstleistungen vorsieht und die lokale und nachhaltige Wirtschaft fördert. 

Wie diese Stoßrichtungen konkret in die Tat umgesetzt werden, erfahren Sie in diesem Bericht zum Fortschritt des städtebaulichen Projekts in der Citadelle.

Zusammenfassung der Entwicklungen in jedem Stadtviertel

Hier können Sie die Übersichtsdarstellungen zu den Entwicklungen für die einzelnen Stadtviertel herunterladen.

Neue öffentliche Einrichtungen im Fokus

Um den städtischen Raum möglichst inklusiv und solidarisch zu gestalten und bestehende Defizite zu beheben, wurde Wert auf den Ausbau der öffentlichen Einrichtungen gelegt. Ein besonderes Augenmerk galt dabei einem fußläufig zu erreichenden, wohnortnahen Angebot.

Folgende zusätzliche öffentliche Einrichtungen sind geplant:

  • ein Mehrzweckraum (Petite Salle in der Cave à Vins) steht den Bewohner:innen der Viertel Port du Rhin und Coop offen (Fertigstellung in Phase 1, 2023)
  • ein Bürger- und Kulturzentrum in Form eines „Dritten Ortes“ am Rheinhafen, in dem eine Mediathek sowie eine zentrale Anlaufstelle für kommunale öffentliche Dienstleistungen (France Services), aber auch die Möglichkeit zur Ausübung künstlerischer Aktivitäten wie Musik, Tanz und Theater untergebracht werden (Fertigstellung in Phase 1 – 2026)
  • Tagesstätten in unmittelbarer Nähe der Schulen im Viertel Starlette (Fertigstellung in Phase 1 – 2025), sowie im Viertel Citadelle und Port du Rhin (Phase 2, zeitgleich mit der Errichtung der Schulen)
  • Außensportanlagen (in den Phasen 1 und 2, zeitgleich mit der Gestaltung der Parks, Plätze und Promenaden)
  • Zwei Kinderkrippen im Viertel Starlette und eine im Viertel Citadelle (Fertigstellung Phase 2 – 2026-2030)
  • Räumlichkeiten für diverse soziale und kulturelle Aktivitäten im Herzen der Viertel, jeweils im Erdgeschoss der Gebäude (Fertigstellung Phase 2 – 2026-2030, zeitgleich mit dem Bau der entsprechenden Gebäude)
  • eine Sporthalle sowie ein College (Fertigstellung in Phase 2)
Überblick über die neu zu schaffenden öffentlichen Einrichtungen des Projekts
Überblick über die neu zu schaffenden öffentlichen Einrichtungen des Projekts

Investition der öffentlichen Hand für die Bürger:innen von heute und morgen  

Wie wird investiert und warum? 

Zwei Beschlüsse geben den Rahmen für die neuen Zielsetzungen vor, die Investitionen öffentlicher Mittel vorsehen: 

  • Zum einen gab der Stadtrat Straßburg am 31. Januar 2022 sein grünes Licht für die Schaffung der geplanten öffentlichen Einrichtungen in der Stadt. 
  • Kurz darauf, am 04. Februar 2022, beschließt der Rat der Eurometropole Straßburg, sämtliche städtebaulichen Maßnahmen des Projekts und gibt deren Finanzierung frei. Damit legt das Projekt in Zukunft noch stärker den Fokus auf eine Umsetzung unter Achtung der Umwelt und Förderung des sozialen Zusammenlebens und stellt sicher, dass großzügige Grünflächen im Stadtgebiet nicht zu kurz kommen. 

Die Investition beläuft sich für die Stadt auf 8,3 Millionen €, für die Eurometropole auf 36,4 Millionen €. Gemeinsam sollen im Zeitraum 2021-2026 also zusätzliche 44,7 Millionen Euro ausgegeben werden, womit sich die Gesamtinvestition über die gesamte Projektlaufzeit (2014-2030) auf 121 Millionen € beläuft. 

Diese zusätzliche Investition ist notwendig, um 

  • öffentliche Einrichtungen zu bauen und öffentlichen Raum zu gestalten. 
    Es geht vor allem darum, erkannte Versorgungslücken zu schließen. Bislang fehlte es an der Finanzierung und Planung einer städtischen oder staatlichen Kindertagesstätte, eines Horts oder eines Raums für soziale und kulturelle Aktivitäten in dem Gebiet, in dem 10.000 zusätzliche Einwohner erwartet werden. Außerdem steht der Wille, die Stadt für alle lebenswert zu machen, indem wohnortnah diverse Serviceangebote, öffentliche Plätze und Einrichtungen angeboten werden, die fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. 
  •  die rückläufigen Einnahmen aus der Grundsteuer zu kompensieren, die eine Folge der neuen Zielsetzungen sind. Hier sind insbesondere eine Stadtplanung mit Fokus auf mehr Resilienz und einer verbesserte Wohnqualität, der Schutz bepflanzter Flächen, die Durchmischung verschiedener Nutzungsformen und Ansiedlung diverser öffentlicher Einrichtungen sowie eine Erhöhung des Anteils bezahlbaren Wohnraums zu nennen.

Eine Investition öffentlicher Gelder als langfristige Unterstützung für die lokale Wirtschaft

Sämtliche Ausgaben (121 Millionen € aus dem Haushalt der Stadt und der Eurometropole Straßburg über die gesamte Laufzeit des Projekts) und sämtliche Maßnahmen der SPL Deux-Rives (im Rahmen derer 276,4 Millionen € öffentlicher Gelder der Gebietskörperschaften ausgegeben wurden, die durch Einnahmen aus Liegenschaften ausgeglichen wurden) fördern nachhaltig die lokale Wirtschaft. 

Tatsächlich werden durch die Investitionen der Stadt und der Eurometropole Straßburg sowie die baulichen Maßnahmen der SPL Deux-Rives nicht weniger als 2700 Arbeitsplätze geschaffen (Der Berechnung liegt folgendes Verhältnis zugrunde: Laut FNTP entstehen mit jeder Millionen Euros, die in die Städte- und Raumplanung fließt, 9,7 Vollzeitäquivalente.) Hierbei werden Arbeitsplätze, die durch den Bau von Wohnungen, Büros und Einrichtungen entstehen, nicht mit einberechnet.

Zudem sorgen die Investitionen für weitere positive Effekte: 

  • Dem Bausektor und insbesondere lokalen Unternehmen und Arbeitgebern wird durch den Bau oder die Sanierung von 380.000 m² Fläche Schwung verliehen. 
  • Ehrgeizige Maßstäbe bei der Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Maßnahmen tragen zur Qualifizierung der lokalen Akteure bei, mit dem Ziel die Einzelprojekte und Innovationen andernorts gleichermaßen umsetzen zu können. Beispielhaft sind hier ein Co2-armes Viertel innerhalb von Citadelle zu nennen, das die Holzbauweise, einen ökologisch verantwortungsvollen Lebensstil und umweltfreundliche Logistik in den Fokus rückt. Dieses Projekt ist beim staatlichen Investitionsprogramn Programme d‘Investissements d‘Avenir (PIA 4) als Modellquartier für die Stadt von Morgen nominiert. 

Das Projekt in Zahlen

74 Hektar Fläche werden zwischen dem Parc de la Citadelle und dem Rheinufer umgestaltet
4 Stadtviertel werden im Rahmen des Projekts neu geplant: Citadelle, Starlette, Coop sowie Port du Rhin.

Über 20 Hektar neu angelegter Grünflächen und öffentlicher Plätze werden geschaffen, insbesondere 2 neue Stadtparks, 3 großzügige Uferpromenaden und ein enges Netz an großen und kleinen Plätzen, Wegen und Gassen in den vier Stadtvierteln mit insgesamt über 2000 neu gepflanzten Bäumen

380.000 m² konkreter Bauprojekte, darunter:

  • ca. 3700 Wohnungen, von denen nunmehr mindestens 40 %  in Form von öffentlich gefördertem Wohnraum zur Verfügung gestellt wird
  • 130.000 m² werden für diverse öffentliche Einrichtungen und soziale und kulturelle Aktivitäten vorgesehen: Schulen, Büros, Kulturangebote, Freizeit- und Weiterbildungseinrichtungen, Künstlerateliers, Geschäfte u.v.m.

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