Die städtebauliche Maßnahme im Detail
Die Schule des Starlette-Viertels – deren endgültiger Name vom Ausschuss für die Benennung von Straßen und Schulen der Stadt Straßburg festgelegt wird – liegt zwischen der Allée Yvonne Foinant und der Allée Katherine Graham bzw. zwischen den Wohnungsbauprojekten Lorelei und Terrasses Vauban, in unmittelbarer Nähe zum Spielplatz des Parc du Petit-Rhin und zum Bassin Vauban. Sie wird fünf Vorschul-, sieben Grundschulklassen und eine Integrationsklasse umfassen.
Vor- und Grundschule unter einem Dach
Beide Schulformen sind unter einem Dach vereint, aber für jede Altersgruppe wurden separate Wege konzipiert. Der Eingang zur Vorschule, die das Erdgeschoss und einen Teil der ersten Etage einnimmt, befindet sich in der Haupthalle. Die Räume der Grundschule liegen in der ersten und zweiten Etage und sind vom Vorplatz aus über den Schulhof zu erreichen. Die separaten Wege beider Schulen überschneiden sich nur in einem gemeinsamen Bereich in der ersten Etage, in der Nähe der Personalräume. Das Konzept ist flexibel genug, um bestimmte Klassenräume im Fall veränderter Schülerzahlen ohne bauliche Veränderungen neu zuordnen zu können.
Gut durchdachte städtebauliche Integration
Das Schulprojekt ist fester Bestandteil des Ansatzes der baulichen und städtebaulichen Integration des Starlette-Viertels. Das bezeugen die weiten Ausblicke auf das Bassin Vauban, die Kombination aus Beton mit Rastermuster und Ziegelsteinen oder auch die an Hafenarchitektur erinnernde urbane, stufenförmige Gestaltung mit großen, regelmäßigen Fensteröffnungen. All dies überzeugte die Jury, die im September 2026 zusammentrat.
Die Klassenräume bieten eine doppelte Ausrichtung und Ausblicke auf das Bassin, während die Dachterrassen, deren stufenförmige Anordnung an andere Gebäude des Stadtviertels erinnert, unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten ermöglichen.
Passivbauweise
Eine Herausforderung des Projekts bestand darin, ein Schulgebäude in Passivbauweise zu entwerfen. In diesem Sinne war die Wahl der Baustoffe, insbesondere der Skelettkonstruktion aus kohlenstoffarmem Beton, die optimal auf das lokale Erdbebenrisiko abgestimmt wurde, eine zentrale Entscheidung. Die kombinierten Beton-Holz-Fußböden mit Holz aus heimischen Wäldern zeugen wiederum von dem Wunsch, lokale Beschaffungsquellen zu bevorzugen. Schließlich erlaubt die Ausrichtung des Gebäudes und die natürlich belichteten Flure eine Optimierung des Nutzungskomforts im Winter, während im Sommer der weitgehend begrünte „Oasis-Hof“, die Außenverkleidung der Fassade und die Sonnenschutzvorrichtungen für Frische sorgen.
Öffnung zum Starlette-Viertel
Eine Besonderheit des Projekts sind seine beiden 250 m2 bzw. 80 m2 großen Säle, die für das Stadtviertel und seine BewohnerInnen bestimmt sind. Ihre Nutzungsbedingungen müssen noch festgelegt werden.
Praktische Infos
Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Straßenbahn-Haltestelle StarCoop – Petit Rhin (Linie D).
Zudem ist es über die Radwege an der Route du Rhin und entlang der Straßenbahnlinie problemlos per Fahrrad zu erreichen.
Begegnungszonen mit 20 km/h-Tempolimit beschränken den Kfz-Verkehr, und zum Parken steht die öffentliche Parkgarage Stardock am Rande des Viertels zur Verfügung. Die verkehrsberuhigten Straßen ohne parkende Fahrzeuge laden zur Begegnung und zum Spiel ein. Aus der Rue du Petit Rhin, an der zwei öffentliche Parkgaragen liegen, sind Lkw dank einer Umleitung durch die Rue du Péage verbannt. Das öffentliche Leben findet entlang der Straßenbahnlinie statt; Geschäfte und Dienstleistungen säumen den Fußgängerstreifen.
Die Alleen, Ufer und der Parc du Petit Rhin werden Fußgängerbereiche, die Kinder und Erwachsene, SpaziergängerInnen und TagträumerInnen gleichermaßen genießen können. Im Übrigen verfügen alle Wohnungs- und Bürokomplexe über zahlreiche, gut gesicherte und leicht zugängliche Fahrradstellplätze. Entlang der Promenade des quais Starlette am Ufer des Bassin Vauban und der (weiterhin betriebenen) Eisenbahnlinie erstreckt sich eine einladende grüne Fußgängerzone mit Kinderspielgeräten und Freizeiteinrichtungen (Tischtennisplatten usw.); hinzu kommen kleine Speiselokale und Läden im Erdgeschoss einiger Gebäude.

Arbeitsweise im und Philosophie des Projekts
Warum, wie und mit wem bauen? Wie sind Stadt und Natur in Einklang zu bringen? Warum sollte man Wohnungen und Büros näher zusammenbringen? Wie holt man Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihres zukünftigen Lebensraums ins Boot? Das neue Projekt stellt die klassischen Muster des Städtebaus in Frage und geht neue Wege, um ein zum Raum passendes Konzept zu entwickeln. Wir erzählen Ihnen mehr über unsere Arbeitsweise und Philosophie.



